Einundvierzig

Am Freitag habe ich es nicht hinbekommen. Die folgenden Zeilen hätte ich gerne gesagt. Du hast verdient. – Nun wenigstens auf diesem Wege…

Einundvierzig. Das ist ungefähr die Hälfte eines durchschnittlichen Lebens. Aber durchschnittlich, das warst du nicht. Du bist schon elf Tage „zu spät“ auf die Welt gekommen, und warst als Kleinkind „zu groß für dein Alter“. Das mit der körperlichen Größe hat sich ja gegeben, aber innerlich bist du zu groß geblieben. Du bist immer aus der Reihe getanzt. Barfuß.

Es wirkt, als hättest du immer irgendwie das Gefühl gehabt, dass du etwas verpassen könntest. Als hättest du gewusst, dass dir nicht genug Zeit bleibt. Dementsprechend bist du durch dein Leben gerast. Das hat dich auf steinige Wege gebracht, mit spitzen Dornen. Bis du irgendwann so tief ins dunkle Dickicht geraten bist, dass es weder vor- noch zurückging. Erst der Tod hat mit seiner Sense (vielleicht hat er auch eine Mike-Myers-Machete oder eine Leatherface-Kettensäge benutzt) den Weg für dich ins Licht freigemäht.

Dort sehen wir uns irgendwann wieder.

Als kleine Schwester habe ich immer zu dir aufgeblickt. Wenn ich vielleicht in ein paar Jahren älter sein werde, als du es jemals geworden bist, ändert das nichts. Ich muss nun nur etwas höher hinaufblicken. In den Himmel.

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Dass quasi das gesamte Burgtheater würdevoll aufmarschiert ist, war sehr berührend, ja überwältigend. Ich weiß, du hast nie Geld gehabt, aber gemessen an Freunden warst du reich. Danke.

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