Mit Papa war’s nur Blümchensex (Ausserhofer & Hoffmann)

Der Hauptgrund für den Kauf von Mit Papa war’s nur Blümchensex war, dass meine Freundin Co-Autorin dieses Buches ist, was einen hochwertigen Lesestoff verspricht. Ich wurde nicht enttäuscht: Zwar ist der Titel bereits so vielsagend, dass man sich die Richtung, in die es geht, in etwa vorstellen kann – doch in welche tiefen Abgründe mich dieses Buch ziehen würde, hatte ich nicht geahnt. Müsste ich das Buch in einem Wort beschreiben, so wäre dieses „krank“, aber das trifft es nicht vollends. Krank, abartig und fesselnd zugleich. Ob es Sensationslust, das Verlangen nach dem Wissen des Wie-geht-es-weiter? oder vielleicht die stille Hoffnung eines Happy Ends war – ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe es in kürzester Zeit fertig gelesen. Fertig war dann nicht nur das Buch, sondern auch ich.


Es wäre wohl für den Leser leichter zu verdauen und tröstlich, wenn die Schilderungen und Begebenheiten dem Kopf eines perversen, sadistisch angehauchten, pessimistischen Autors entspringen würden. Doch es handelt sich nicht um Fiktion, alles ist tatsächlich passiert. Vor dem Lesen des Buchs hätte ich mir nie vorzustellen vermocht, dass ein Mädchen, das bereits als Kleinkind von seinem Vater zu sexuellen Handlungen gedrängt und über viele Jahre hinweg auf die verschiedensten Arten und Weisen missbraucht wurde, etwas Schlimmeres als eben dieses erleben kann. Doch durch welche Hölle die Minderjährige ging, nachdem sie ihren Vater angezeigt hatte und von der Mutter, die immer weggesehen hatte, verstoßen wurde, ist schier unbeschreiblich. Mit der Hilfe von Manuela Ausserhofer gelang es Nele Hoffmann, das Unbeschreibliche, Unfassbare, unwirklich Erscheinende in Worte zu fassen. Knapp, prägnant und ungeschönt wird der Abstieg von dem missbrauchten Kind zur willenlos gehaltenen an fremde Männer verkauften Sexsklavin im Teenageralter beschrieben und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.

Der Leser wird schließlich mit einem dumpfen Gefühl in der Magengegend und der Frage allein gelassen, wie die Zukunftsperspektiven eines Menschen, der immer wieder kaputt gemacht, zerstört und weggeschmissen wurde, aussehen können. Falls es denn welche gibt. 

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